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Immobilien News


Kann ein Bestandsobjekt nach 150 Jahren zu neuem Leben erweckt werden?


Steglitz ist ein Berliner Ortsteil der auf das gleichnamige preußische Dorf Steglitz zurück geht. Der Ort erlebte mit dem Bau der ersten gepflasterten Landstrasse und der Errichtung der Wannseebahn als erste Eisenbahnlinie zwischen Berlin und Potsdam im Jahr 1838 einen wirtschaftlichen Aufschwung. Ungefähr 20 Jahre danach wurde in der Birkbuschstrasse ein Haus für Waisenkinder erbaut. Als Waisenhaus geplant und viele Jahre betrieben wurde der wilhelminische Klinkerbau mehrfach umgenutzt. Als Finanzamt und Bildungsstätte, dann als Wohnobjekt mit langen Phasen des Leerstands – Einhundertfünfzig Jahre sind eben eine lange Zeit. Das Dach wurde während des 2. Weltkriegs völlig zerstört und durch ein Provisorium, welches erst vor kurzem weichen musste, ersetzt.

Visionen

Vor wenigen Jahren ist ein irischer Investor auf dieses Objekt aufmerksam geworden und hat sich darin verliebt. Seine Vorstellung war, die bisher 11 Wohnungen über eine Aufstockung von 2 Stockwerken auf 37 Wohneinheiten zu erweitern. Mehrere Planer wurden beauftragt um ein wirtschaftlich vertretbares Konzept zu erhalten. Für den anvisierten Massivaufbau wurde die Statik komplett neu gerechnet. Das Ergebnis der statischen Planungen war kritisch. Voraussetzung für eine Aufstockung war die Erweiterung der bestehenden Fundamente um 50 Prozent. Um diese Kosten zu umgehen wurde nach alternativen Baumöglichkeiten geforscht.

Problemlösung

Neben den Kosten waren kurze Bauzeit, aber auch geringster Wassereintrag in die darunter liegende Bausubstanz zwingende Voraussetzung. Die Lösung hatte Jan Keizers aus Berlin mit ultraleichten IsoBouw C-SIPS Elementen in Kombination mit Leichtbeton anzubieten. Keizers, Inhaber der Berliner Intekt Bau GmbH, hat zahlreiche Revitalisierungen von teilweise wertvollen aber auch exotischen Immobilien durchgeführt. Im vorliegenden Fall wurde eine wirtschaftliche und optisch höchst anspruchsvolle Lösung erarbeitet.

Aufstockung

Bei den Aussenwandkomponenten handelt es sich um großformatige Fertigteile.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff C-SIPS (complete structural insulated Panelsystem). Zwischen zwei wasserfesten OSB-Holzplatten ist ein EPS-Kern (besser bekannt als Styropor®) vollflächig mit den Holzplatten verleimt und verklammert, wodurch ein kraftschlüssiger Verbund entsteht. Diese, dem Sandwich Prinzip entlehnte Bauweise, ermöglicht bei tragenden Wänden statische Lastaufnahmen wie wir Sie vom Massivbau kennen. Demzufolge sind mit diesem Systembaustoff Objekte mit bis zu 3 Stockwerken möglich. Allerdings ist die Wärmedämmung bereits in die Wand integriert. Im vorliegenden Fall ist bei einer Wandstärke von 184 mm ((OSB/EPS-Dämmung/OSB - 12/160/12mm) in der Endausbauphase, mit einer vorgehängten und hinterlüfteten Trespa-Verschalung, mit einem U-Wert ca. 0,20 W/m²•K zu rechnen.

Baubiologisch aber auch ökologisch bieten die IsoBouw C-SIPS-Elemente eine Reihe von Vorteilen. EPS ist der einzige Dämmstoff welcher in Deutschland als Lebensmittelverpackung verwendet werden darf. Das Aufschäumen des Rohstoffs während der Produktion findet ausschließlich mit Wasserdampf statt. Des Weiteren bietet EPS keinen Nährboden für Mikroorganismen. Es fault und verrottet nicht, ist aber zu 100 Prozent recyclebar. Die IsoBouw C-SIPS-Elemente sind dampfdiffusionsfähig, d. h. im Bauteil anfallende Feuchte kann schnell und unschädlich nach außen diffundieren - ein wichtiges Kriterium für gesundes Raumklima und die langfristige Funktionstüchtigkeit der Bauteile. Der Aufbau geht ohne Bindemittel und den damit einhergehenden Trocknungszeiten vonstatten. Wartezeiten für nachfolgend geplante Tätigkeiten entfallen. Somit ist das Wohnen in diesen Häusern bei fachgerechtem Aufbau nicht nur theoretisch, sondern in der Praxis frei von Schimmel und anderen, durch falsche Systemplanung hervorgerufene Bauschäden. Auf Grund der individuellen, passgenauen Vorfertigung werden Aussparungen für Fenster und Türen höchst präzise gefertigt um auch hier maximal erzielbare Luftdichte beim Einbau zu ermöglichen. Aufstockungen und Anbauten können innerhalb eines Tages, ganze Häuser in einem Zeitraum von 3 Arbeitstagen erstellt werden


25.11.2008



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